Pressestimmen

zur CD "Brahms"
zur CD "Bach: Partiten 1, 5, 6"
zur CD "Beethoven Sonaten"
zur CD "Bach: Partiten 2, 3, 4"
zur CD "Englische Suiten"

zu Konzerten

 

 Zur CD-Edition „The First 40 Years“

„Ein Maßstab für Integrität. Alles kommt so natürlich; Künstler, Mensch und Kunstwerk sind eins und ebenso konsequent erscheint es, dass er in den letzten Jahren immer mehr bei den intellektuell durchformten Stücken von Johann Sebastian Bach angekommen ist.“

(Süddeutsche Zeitung)

 

Zu der neuen CD Brahms-Händel-Variationen

 

CD des Monats
„Perahia vermag den Gefühlswelten, dem Erzählerischen in diesen Stücken so berauschend ehrlich und bestechend nachzuforschen, dass man ihn kaum mehr als Interpreten wahrnimmt, sondern ihm fast glauben möchte, er würde dieses Werk soeben aus dem Nichts erschaffen. Vielleicht braucht es einen Pianisten wie Perahia, der so viel Lebenserfahrung gesammelt hat, mit Höhen und Tiefen, um das späte Klavierwerk von Brahms derartig emotional durchdrungen darstellen zu können […] Perahia atmet diese Werke, übertreibt nicht die Tempi, beleuchtet mehr, als dass er ein Fest des Rausches erschaffen will. Und natürlich schwebt über allem die für Perahia typische bestechende Technik, die makellos Transparenz der Stimmen, der geschickte Pedaleinsatz – alles zum Nutzen des klanglichen Ergebnisses. Eine famose Einspielung, eine der besten von Perahia seit Jahren!“

 (Piano News)

  

"Hört man sich die Händel-Variationen an, weiß man sich vor Freude nicht mehr zu lassen: ein so feines, in allen Details überlegtes, aber nie pedantisch-verkniffenes Klavierspiel, das alle Schwierigkeiten mit heiterer Souveränität und kühnem Schwung meistert! […] Wenn man, wie Perahia, dies alles genau beachtet, aber nicht darauf herumreitet, dann gewinnt die Klassizität dieser Musik eine belebte Leichtigkeit des Widerstreits zwischen Systemstabilisierung und keckem Detail. Perahia spielt die Variationen orchestral, was nicht heißt: dick und laut. Vielmehr geht es um die Gleichzeitigkeit unterschiedlicher Artikulationsformen und Farbgebungen. […] Auch die symphonisch-dramatischen Züge der beiden Rhapsodien op. 79 arbeitet Perahia mit überlegter kraft heraus."

(FAZ)

 

„Jahrelang versenkte sich der amerikanische Ausnahme-Pianist Murray Perahia mit beglückenden Erfolgen in die Musik Händels und Bachs. Jetzt überrascht er nach einer 20-jährigen Zäsur mit einer Brahms-Einspielung, die zum Schönsten gehört, was aus der Flut an Brahms-Veröffentlichungen hervorsticht. Den „Händel-Variationen“ merkt man Perahias Beschäftigung mit Bach an. Und dass er die große, zupackende Geste nicht vergessen hat, zeigt er an den späten Klavierstücken op.118 und 119 sowie den mittleren Rhapsodien op.79, die er ohne jede Altersresignation mit jugendlicher Frische ausstattet. Offensiv, aber stets kontrolliert.“

(WAZ)

 

„Die frühen Händel-Variationen, die er bewusst trocken perlend spielt, doch das barocke Stilimitat stets in romantisch breit genommenen Wohlklang einbettend, kontrastiert er mit reiferen und späteren Werken, wie den beiden Rhapsodien op. 24, den Sechs Klavierstücken op. 118 und den Vier Klavierstücken op. 119. Perahia führt so von einer fein ausbalancierten Schule der Geläufigkeit in die melancholiesatte, doch auch schlank gespielte Versenkung. Auf viele Noten folgt Konzentration. Das gelingt ihm wundervoll konsequent und mit wie stets enorm elegantem Anschlag. Klarheit und Intellekt, sind hier stets hörbar, doch auch das niemals kalte Gefühl kommt zu seinem Klavierrecht. Ist da zunächst viel Nachklang von Perahias intensiver Bachbeschäftigung, so wandelt sich das in eine schön ausgewogene Mischung aus Lyrik und durchaus aufwallendem Temperament.“

(Die Welt)

 

„Murray Perahia legt sein erstes Brahms-Album nach 2 Jahrzehnten vor. Und er schafft es, alle Aspekte dieser so kunstvoll die Musikepochen verbindenden Werke zum Ausdruck zu bringen und zu einem schlüssigen, mitreißenden Ganzen zu vereinen. Der Barockliebhaber, der Klassiker und der Romantiker, der strenge Strukturdenker und der gefühlstrunkene Rhapsode in Brahms, alle kommen sie zu ihrem Recht, ohne sich in die Quere zu kommen. Das Ergebnis ist von einer klarsichtigen Natürlichkeit und Abenteuerfreude in den subtilsten Bereichen, die desto mehr fesseln, je mehr man sich in diese Musik vertieft. Eine CD, die man wohl hundert Male hören kann, ohne ihres Gehalts müde zu werden. Perahia versteht es, weite Bögen zu errichten, magische Räume zu öffnen, jedes Werk in seinem organischen Prozess als Ganzes unwiderstehlich entstehen zu lassen. Er hält beständig das unsichtbare Maß zwischen physischer Freude, emotionaler Intensität und intellektueller Durchdringung, nie geht es in irgendeiner Richtung verloren, und nie fehlt ein Aspekt. Daher sind seine verfeinerten Qualitäten auch nur in intensivem Zuhören zu ergründen, ohne je kategorisierbar zu werden. Es kling sozusagen vollkommen durchkalkuliert und zugleich so unmittelbar und lebendig, als entstünde es gerade zum ersten Mal. Auch der Tontechnik ist ein Meisterstück an Reichtum der Schattierungen und räumlicher Präsenz gelungen. In allen Stücken eine Referenzaufnahme!“

(Stereoplay)

 

Klassik-CD des Monats
„Das Bestechende an dieser neuen Aufnahme von Murray Perahia ist das Zeitgefühl. Jede Variation und jedes einzelne Stück rastet in sein Tempo ein und so hört man es richtig. Die Stilsicherheit Perahias ist definitiv ein Phänomen, denn was er anfasst überwältigt unter seinen Händen mit vollkommener musikalischer Überzeugungskraft. Sein Musizierstil nimmt das eigene Ego zurück und gibt der Musik ihren Platz. Der Klang des Flügels wird mit angenehmer Direktheit und dem deutlichen Raum um das Instrument abgebildet.“

(Audio)

 

„Seit er mit seinen erlesenen Interpretationen der Klavierkonzerte von Mozart in den 1970er Jahren auf sich aufmerksam gemacht hat, zählt der heute 63-Jährige zu den Topinterpreten. […] pflegte Perahia von Anbeginn einen poetischen, weich fließenden Stil, den er im Laufe seiner Karriere weiter kultivierte. Nach den viel gelobten Bach- und Chopin-Einspielungen bieten seine Brahms-Aufnahmen eine Fülle beglückender Details und gestalterischer Wärme. Wie aus einem Guss erklingen die Händel-Variationen, klanglich stets abgerundet und geschmackvoll elegant gestaltet auf einem besonders in den oberen Oktaven silbrig-zart klingenden Flügel, der die Noblesse des Spiels noch unterstützt. Die innere Erregtheit der Rhapsodien vermag der Pianist ebenso mit seinem ästhetisch polierten Anschlag  glänzend darzustellen wie die Melancholie der späten Klavierstücke. Perahia zeigt sich einmal mehr als Meister der Gestaltung feinster Oberflächen. Das Wunde und Schmerzhafte und Resignative, das vor allem in den opp. 118 und 119 vorherrscht, wirkt hier sehr zurückgenommen, als habe im Spiel ein tröstender Prozess der Heilung begonnen.“
Musik: 5 Sterne / Klang: 4 Sterne

(Fono Forum)

 

„Eleganz und Klarheit, von Sinnlichkeit und Tiefe.“

(Dresdner Neueste Nachrichten)

 

„Der Pianist Murray Perahia setzt seit Jahrzehnten Maßstäbe am Klavier, beispielsweise mit Bach-Interpretationen, die an Transparenz, Klangschönheit und Musikalität ihresgleichen suchen. Nun legt er die „Händel-Variationen“ op. 24 von Johannes Brahms vor und bereichert damit den Klassik-Markt mit einer neuen Referenz-Einspielung dieses sehr anspruchsvollen Klavierwerks. […] Auch in der lyrischen Sphäre der intimen späten Klavierstücke op. 118 und 119 bewegt sich Perahia musikalisch vollendet.“

(Westdeutsche Zeitung)

 

„Perahia spielt die Händel-Variationen, die Klavierstücke op. 118 und 119 und trifft den Sinn mit jeder einzelnen Note. Groß ist das!“


(Abendzeitung)

 

„Murray Perahia ist einmalig in seiner Fähigkeit, auf luzideste Weise die musikalische Struktur zum Leben zu erwecken. Alles klingt sozusagen logisch und zugleich frei. […] Nichts verschwimmt hier, es hat Poesie und Leidenschaft, und stets unbezweifelbare Folgerichtigkeit. Eine Referenzaufnahme, auch tontechnisch.“


(Crescendo)


„Murray Perahia ist im Musikbetrieb längst ein Markenzeichen. Der 1947 in New York geborene Pianist gilt mit seiner Spielweise, einer feinen Synthese aus Empfindsamkeit und Texttreue für viele als der Pianist unserer Tage. Da ist es kein Wunder, wenn seine aktuelle Brahms-CD überall mit großen Vorschusslorbeeren bedacht wurde. Und – der unpathetisch agierende Interpret erfüllt einmal mehr höchste Erwartungen. Brahms´ Händel-Variationen rückt Perahia konsequent durchgezeichnet in die Nähe von Bachs Goldberg-Variationen. Auch was die Intensität der Darbietung angeht. Hier brilliert der mittlerweile 62-Jährige mit erhabenem, wunderbar klangreichen Niveau – ergreifend. […] Die Aufnahme aus dem Saal 1 des Funkhauses Berlin überzeugt mit transparenter und angenehm farbvoller Tongestaltung. Das kommt auch Brahms´ lyrischeren kleinen Formen zugute. Die zwei Rhapsodien op. 79, sechs Klavierstücke op. 118 und die vier Klavierstücke op. 119 machen diese Neueinspielung endgültig zu einem Highlight der Brahms-Diskografie.“


(Badische Zeitung)


„Perahia belegt nun gleichsam die Geburt der Romantik aus dem Geiste des Barock. In den Händel-Variationen von Brahms schafft der Meisterpianist mit seiner erzählerischen Empfindsamkeit und Lebendigkeit eine wunderbar feine Balance zwischen der Klarheit der Stimmführung und der Freiheit des Gefühls. Sein Brahms-Spiel wirkt gänzlich ungekünstelt und aufrichtig, erlaubt ein hochgespanntes Hörerlebnis voller Glücksmomente. Kühn und aufwühlend gestaltet er die Rhapsodien op. 79, geistvoll abgeklärt die Spätwerke der Klavierstücke op. 118 und 119.“


(Concerti Hamburg)

 

 

Zu der CD Bach Partiten 1, 5 & 6

 

„Perahia entwickelt seinen Bach aus der Meditation, aus der Balance. Aber es ist nicht Hypnose, sondern überraschenderweise eine Verlebendigung […] Bei Perahia hingegen sind die Stücke Organismen, die vor unseren Ohren ihr Leben erst entfalten. Das ist Musik, die aus dem Nichts zu wachsen beginnt. Die Steigerung, die Perahia etwa in der beschaulichen Allemande der B-Dur-Partita aufbaut, wirkt völlig einfach, lakonisch, unschuldig und trotzdem ungeheuerlich. Als Hörer denkt man: Das muss so sein, warum macht das sonst niemand? [...] Die Phasen ozeanischer Ruhe in Bachs Sarabanden erfüllt kaum ein Pianist so reif. Hier gelingt das Paradox genialen Klavierspiels: die vollständige Kontrolle in Weltverlorenheit. Perahia weiß, dass zum reinen Bach-Glück auch die Irritation zählt.“

(Die Zeit)

 

"Alle seine Einspielungen haben Referenzwert. Sie sind schlicht und ergreifend vorbildlich, durchsichtig elegant, intelligent, sprizig und geistvoll, zugleich ausdrucksstark und voller Ruhe. Der Flügel scheint zu singen, sein Klang bei manchen Tanzsätzen zu wirbeln, einfach schön."

(KulturNews) 

 

„Abgeklärt, aber nicht weltentrückt, ausgewogen, aber nie langweilig, immer hellwach, immer alles auf den Punkt bringend – so stellt sich Perahias souveränes Bach-Spiel hier dar. […] Perahias Bach leistet sich das unaufgeregt-freie Spiel der Formen, muss nichts beweisen.“

(WAZ)

 

„Wollte man das Gesagte knapp zusammenfassen, so könnte man sagen: Perahias Bachspiel zielt auf größtmögliche Kantabilität der einzelnen Stimme und auf größtmögliche Plastizität des mehrstimmigen Satzes. Letztere gewinnt eine Räumlichkeit, die uns gleichsam auf die Urquelle der Bach'schen Instrumentalmusik zurückverweist: auf die vokale Mehrstimmigkeit.“

(NDR Kultur) 

 

„Perahia lotet die Tänze und Charakterstücke beredt und nobel, facettenreich und beschwingt sowie mit einer klaren Schwerelosigkeit und ernsthaften Tiefe aus.“

(Rondo)

 

„Gelassene Denkstücke von einem Meister musikalischer Andacht.“

(Kulturspiegel)

 

„[…] das mit einer eminenten Klangkontrolle […] und allein für seine Fähigkeiten abzuphrasieren hätte Perahia schon einen Platz im pianistischen Olymp sicher. Seine schlanke Tongebung, die jegliche Klangliche Härten vermeidet, garantiert auch bei polyphonen Verflechtungen die Durchhörbarkeit jeder einzelnen Stimme […] packend rhythmisch […] hoch brillant, voller Leichtigkeit und südländischer Lebensfreude.“

(Stereo)

 

„Eine Referenzaufnahme ohne romantisierenden Ballast und historische Trockenheit.“

(Aachener Zeitung)

 

 

Zur CD mit Beethoven-Sonaten

 

„Spannungsvoll sind bei Perahia die Sonaten op. 14, die er kontrastreich, voller dynamischer Steigerungen und mit intelligenten Artikulationen interpretiert, während er in der Sonate op. 28 vor allem durch zielbewusste Tempovariationen begeistert.“ (Financial Times Deutschland)

 

„Klarer, klang- und strukturbewusster, kultivierter, pianistisch vollendeter lässt sich das wohl kaum darbieten, und so ist diese CD für jeden, der die Vielseitigkeit unendlicher Abschattierungen bei Beethoven schätzt und nicht nach drängender Wildheit und Hochgeschwindigkeits-Stress verlangt, ein durchgängiges Fest."
(Stereoplay)

 

„Perahias Beethoven klingt beim ersten Hören unspektakulär schön, nie vordergründig, in Tempi wie in der Weite der Dynamik Extreme meidend. Die Details fügen sich sinnerfüllt zum Ganzen.“  (Fono Forum)

 

„Perahias Beethoven klingt beim ersten Hören unspektakulär schön, nie vordergründig, in Tempi wie in der Weite der Dynamik Extreme meidend. Die Details fügen sich sinnerfüllt zum Ganzen. Doch der erste Eindruck täuscht ein wenig, liegt in der makellosen Kantabilität, im gerundeten Klang Perahias begründet. Beim genauen Hinhören treten auch die Brüche, die kleine Rauheiten, die typischen Beethoven –Sforzati prägnant hervor. Perahias Kunst ist eine sublime.“ (Stereo)

 

„Manche Klaviersonaten von Beethoven haben etwas Friedliches. Spielt sie aber Perahia, wirken sie regelrecht Frieden stiftend. Ganz deutlich hört man dies in der sogenannten Pastoral-Sonate op. 28. Da werden die einzelnen Motive sanft hingetupft, Pausen zelebriert oder die natürliche Schönheit von Tonleitern erkundet. Die Musik atmet, die Tempi nimmt Perahia durchweg geschmeidig, aber nicht romantisch verwischt, sondern trotz aller Schwankungen exakt kontrolliert und mit feinstem Anschlag gespielt.“  (Audio - Musik: 5 Sterne / Klang: 4 Sterne)

 

„Perahia versteht es, bei aller Sorgfalt im Einzelnen gleichwohl den Blick für das Ganze und den Gestus der Musik zu bewahren. So reichen ihm ein paar Takte, um in der As-Dur-Sonate op. 26 die Atmosphäre des Trauermarsches zu schaffen. (...) Eine Aufnahme, die es auf die musikalischen Bestenlisten schafft.“ (NDR Kultur)

 

"..schneller als Schiff, aber ebenso kristallklar und idiomatisch beschwingt. Nur dass Perahias Tänzchen anständiger, sauberer, sublimer klingen. Vor allem steht sein Steinway direkt unter dem Mikrophon. Das macht den Klang ein wenig brillanter." (Frankfurter Allgemeine Zeitung)

 

„Es ist eine lyrische Zusammenstellung geworden, ein verspielter Auftritt der eher leisen Art. Mit der Pastorale (op. 28) und der G-Dur-Sonate (op. 14) nimmt er sich Raum zum klanglichen Philosophieren. Der Pianist geht dabei weit und schreibt den stilleren Sonaten einen eigenen Tiefgang zu.“ (Kulturradio RBB, CD der Woche)

 

„Perahias Reich ist das der Zwischentöne, der Nuancen, der pastellenen Abstufungen. Dass er sich dennoch nicht in Einzelheiten verliert, sondern immer dem Gestus des Ganzen verpflichtet weiß, ist seine große Kunst. Beethoven hätte ihr zweifellos applaudiert. Wir sollten nun Ohren für sie haben. So oft wie möglich.“ (Märkische Allgemeine)

 

„Perahia verkpft Gefühl mit Intellekt, Ausdruck mit Technik. Klar strukturiert und dennoch so hochgradig emotional. Das schafft nur er. (Platz 1 der Top 3)“ (Journal Frankfurt)

 

Zur Bach-CD mit den Partiten 2, 3 & 4

 

„Seine Interpretationen sind ausgeklügelt, wirken aber nie routinehaft, […] die Freude am Spiel ist stets zu hören. […] Musik, ernsthaft betrieben, aber auch mit sehr viel Charme und Persönlichkeit - bei dem großen Klavierrhetoriker Murray Perahia kann man das immer hören. Paradoxerweise gerade beim scheinbar so objektiven, schlichten Bach.“ (Die Welt online)

 

„Perahia wurde vielfach ausgezeichnet - unter anderem mit Grammys für seine Händel- und Scarlatti-Interpretationen sowie für seine Einspielung der Chopin-Etüden. Referenzstatus haben auch seine Aufnahmen von Bachs Englischen Suiten und den Goldberg-Variationen.

 

Es ist eine besondere Mischung aus philosophischer Ernsthaftigkeit und emotionaler Einfühlung, welche die eindringliche aber nie aufdringliche Qualität des Bach-Spiels Murray Perahias ausmacht. […] Perahia ist ein ungemein plastischer und sensibler Erzähler am Klavier. (CD Tipp, Bayern 4 Klassik, 3.4.2008)

 

„Das, was seine Interpretation aber vor allem auszeichnet, ist eine wunderbare Balance – er stellt uns Bachs kunstvolle Gebilde voller Demut dar und vermittelt uns gleichzeitig das Gefühl, diese Musik sei eine Art Glaubensbekenntnis, voller Gottvertrauen, die Kraft und Trost zu spenden vermag, aber auch jubeln und feiern lässt. Das hat schon eine philosophische Dimension.“ (CD der Woche, RBB Kulturradio 7.-11.4.2008)

 

„Jetzt meldet Perahia sich zurück und zeigt seinen Kritikern mit perfekt gespielten Bach-Partiten, dass er besser denn je ist. Er ist ein Zauberer. […]Mit spitzfingriger Delikatesse und entschlossen kraftvollem Zugriff haucht Perahia den fulminanten Suiten die federnde Eleganz ein […]. Mit absoluter technischer Fitness und totaler Kopf-Kontrolle meistert er diese vielschichtigen Stücke mit ihrer Tanzseligkeit und der melodischen Überfülle überzeugend.“ (Spiegel Online, 2.4.2008)

 

„Das Ergebnis ist von betörender Intensität. […] Unaufdringlich eindringlich, dabei die Affekte bedenkend, ist Perahia zumal in den langsamen Sätzen, in den Sarabandes und Allemandes. Und über welch gestalterisches Vermögen dieser Pianist gebietet, über welche klangliche Vielfalt seine Darbietung, das zeigt sich beredt an der längsten Allemande im Klavierœuvre Bachs, dem Stück aus der D-Dur-Partita. Hier zeigt sich, welch großer Erzähler Perahia ist, über wie viele Valeurs sein Klavierspiel verfügt. Wir hören ihm, nicht nur hier, sehr, sehr gerne zu.“ 5 Sterne Rondo, 14.03.2008

 

„Wo nimmt Murray Perahia nur den genialen Gleichmut für seine Bach-Interpretationen her? Er spielt ohne jeden Ehrgeiz, etwas vorführen zu müssen. Ganz natürlich fließt die Musik durch den Interpreten hindurch, als sei sie unmittelbar im Augenblick ihres Erklingens ersonnen. Jede Phrase ruht in sich, atmet und schwingt und enthüllt auf selbstverständliche Weise ihren Charakter. Herrlich schwebend gibt Perahia die Allemanden, frei und kantabel die Sarabanden. Mit diesen Bach-Partiten knüpft er an das meisterhafte Niveau seiner Einspielung der Goldberg-Variationen an.“ Die Zeit, 21.05.2008

 

„Analytisch und klar war das Spiel von Murray Perahia schon immer. Jetzt kommt, in warmem Klang, noch so etwas wie Freundlichkeit, Herzlichkeit hinzu. Kräftig artikulierte Passagen, in denen jeder Ton sein eigenes Tüpfelchen Ausdruck bekommt, wechseln mit spielerischen Läufen ab. […] makellos, fast unvorstellbar kontrolliert und exakt.“ Musik 5 Sterne Audio: 05/2008

 

„So lädt Perahia uns zu einer sehr leisen pianistischen Schönheitsfeier mit den Partiten 2 bis 4. Abgeklärter geht es kaum. […] was für ein tragendes, arioses Pianissimo, welche Balance zwischen der wirklich singenden, atmenden Rechten und dem warmen, niemals lastenden Bass!“ Musik: 4 Sterne Fono Forum, 05/2008 „Besser kann Bach nicht gespielt werden“ Brigitte, 21.05.2008

 

Die CD des Monats „… präsent, kraftvoll und brillant, in feinsten Klang- und Anschlagsnuancen abgestuft, souverän in der Gestaltung polyphoner Strukturen – und das alles mit einer Wärme und Intensität, wie sie heute nur wenigen gegeben ist; der Klavierton Murray Perahias gehört zu den schönsten und nobelsten. […] hinter dieser pianistischen Meisterschaft Perahias gibt es in dieser Aufnahme eine Tiefe und einen Ernst, die einen demütiges Staunen lehren, und zwar gleichermaßen vor der Größe dieser Musik wie vor der dieser Interpretation.“ Stereoplay 05/08

 

„Am Klavier ist Murray Perahia einer der wichtigsten Bach-Interpreten. […] Er gehört zu den wenigen Pianisten, die Johann Sebastian Bachs (1685–1750) Klavierwerke schlüssig, intellektuell durchdrungen, aber auch berührend auf einem modernen Flügel interpretieren können. Man kann das auf der eben erschienenen CD mit den Partiten Nr. 2, 3 und 4 nachhören.“ (Welt am Sonntag, 16.03.2008)

 

„Perahia gehört zu den großen Geschichtenerzählern auf dem Klavier.“ „Perahia weiß, wie man einen Steinway zum Singen bringt. […] Er gehört heute zu den wenigen, die die versunkene Sprache verstehen, lehren und mit leichter Selbstverständlichkeit so sprechen, dass auch musikalische Analphabeten den Sinn „hinter den Noten“ begreifen.“ (Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 16.03.2008)

 

„Es muss nicht immer Glenn Gould sein, wenn Johann Sebastian Bach und ein Klavier in Vollendung aufeinandertreffen: Der amerikanische Pianist Murray Perahia hat Bachs Partiten Nr. 2, 3 und 4 ganz innig und intim eingespielt. Eine Sternstunde!“ (Stern, 19.03.2008)

 

Zu Perahias Einspielung der Englischen Suiten

 

"Perahias Bachspiel hat etwas Beschwingtes, Lyrisches, Emphatisches, das den ohnehin kontrapunktisch ausgefeilten und dynamisch nuancierten Wiedergaben dieses gewisse Etwas hinzufügt." (Rondo)

 

"Perahias Bachspiel ist von feinsten Empfindungen getragen. Wunderbar der natürliche Fluß der Musik, die feine rhythmische Bewegung, die gewichtige Leichtigkeit, die lineare Transparenz." (WAZ)

 

Zu den Konzerten

"Beethovens 3. Klavierkonzert - [...] gleich mit dem ersten Ton wird es lyrisch, beseelt, gelassen. Perahia wendet den Blick Richtung Mozart, gibt berückende Gesangslinien vor [...]. Dabei lässt er die Zügel exakt so weit schleifen, dass die Nonchalance nie ins Nachlässige kippt. Die butterweichen Streicher im Largo – apart."
 

(Tagesspiegel, 31.05.2013 zum Konzert im Konzerthaus Berlin)

 „Virtuose als musikalischer Sinnstifter. Murray Perahia verzaubert in der Laeiszhalle mit einem zarten, souveränen Klavierabend von Bach bis Chopin. [...] Wenn Perahia spielt, kann der nach Circensischem dürstende Zuhörer getrost seine Augen schließen. Es dürfte kaum einen anderen lebenden Pianisten geben, der so viel Temperament und klangliches Volumen mit so wenig sichtbarem Körpereinsatz in sein Spiel bringt. Und es dürfte kaum einen anderen Pianisten geben, der ungeachtet seiner äußerlich derart beiläufig erscheinenden Performance ein vergleichbares Maß an klanglichen Subtilitäten, an Seelentiefe aus dem Flügel herausholt. […] Nichts an Perahias Spiel ist auf Effekt aus. Seine souveräne Technik trumpft nie auf, seine Finger wandern, laufen, rasen je nach Anforderung des Notentextes stets bilderbuchmäßig ökonomisch und doch frei über die Tastatur, ohne pianistische Show-Capricen. […] Das Legatowunder, als das Perahia schon zu Beginn seiner Karriere Staunen erregte, erblühte in seiner vollen Schönheit im Präludium von Bachs Französischer Suite Nr. 4 Es-Dur. Wie Perahia, während seine Linke unablässig neu das Idealmaß zwischen Prägnanz und begleitender Diskretion austariert, mit der rechten Hand aus dem Ebenmaß der Noten eine undeklamatorische Klangrede formt, deren innerer Logik der Hörer folgen kann wie einem verstiegenen, aber gut formulierten Gedanken: Das zu hören war ein kostbar seltenes Glück. […] Was für ein hinreißender Interpret er auch für Schubert ist, zeigte Perahia mit den Moments Musicaux D 780. […]Wundervoll gelang ihm auch Chopins Impromptu Nr. 2 Fis-Dur op. 36, dessen Laufrausch in der rechten Hand sich Perahia nach dem introvertierten Beginn lässig ergab."

(Die Welt, 07.03.13, zum Konzert in der Laeiszhalle in Hamburg)

 

 

„Murray Perahia ist [pianist in residence bei den Berliner Philharmonikern] in dieser Spielzeit, und vom Soloabend über Klavier mit Orchester, sogar als Dirigent der Stipendiaten der Orchesterakademie bis hin zum Kammermusikabend ist alles dabei. Perahia ist einfach nicht nur ein guter Pianist, sondern ein wundervoller, intelligenter, kluger und sensibler Musiker, der das alles gleichermaßen überzeugend bewältigt. […] [Beim ersten Klavierkonzert von Johannes Brahms] stimmte einfach alles: Die vier Musiker spielten zusammen, als würde sie seit Jahrzehnten ein festes Ensemble bilden. Blindes Verständnis, von der ersten Note an mitreißend und kurzweilig, die gewaltigen Dimensionen des Ausdrucks wie selbstverständlich bis an die Ränder auslotend. Von Bodenständigkeit über tiefe Tragik bis hin zum Glitzern und Leuchten, einer Art Lächeln und Tränen, war alles vorhanden. Das hatte Dichte und Tiefe, das Wissen um die Bedeutung dieser Musik, ohne auch nur das Geringste zu übertreiben – die Mischung aus Gefühl und Intelligenz, die man an Perahia so liebt. Der Pianist nimmt die Hörer kompetent an die Hand, geht dann wieder volles Risiko bis an die Grenzen des Umsetzbaren. Es war einfach ein idealer Brahms: ein üppiges Menü und trotzdem gut verdaulich. Für diese meisterhafte Interpretation hat sich der Abend gelohnt; das war eine der besten Aufführungen dieses Werkes, die es jemals gegeben hat.“

(Kulturradio, 03.03.2012 zum Konzert am 02.03.2012 in der Berliner Philharmonie)

 

„Als Pianist ist Murray Perahia ein Ästhet des Anschlags. Seine Klaviertöne strahlen Kultiviertheit, Noblesse, Eleganz, Wärme aus: festlichen Glanz. Alles wie immer also? Nicht ganz. Denn diesmal war es noch mehr: Im f-Moll-Konzert von Johann Sebastian Bach zeigte er sich von seiner zupackenden Seite: sprechend, erzählend, nach vorne gedacht und durchaus unruhig, auch mal attackierend. […] Noch stärker war dies spürbar im zweiten Klavierkonzert von Ludwig van Beethoven. Nur keine falsche Gelassenheit! Schon in der Orchesterexposition trieb er seine Musiker nach vorne. […]ein grandioses Wechselspiel zwischen Klavier und Kammerorchester – ein gegenseitiges Herausfordern, fast Provozieren bei ziemlich flottem Tempo. […] Murray Perahia hat mit dieser Musik viel zu sagen. Es gibt kein Ausruhen, ist vielmehr ein ständiges Befragen, Ausloten, Herausfordern. Im Rondo eine spielerische Freude bis hin zum Übermut, etwas Elastisches, Springlebendiges. So gehaltvoll und gleichzeitig aufregend hat man dieses Konzert lange nicht mehr gehört. […] Joseph Haydns Oxford-Sinfonie […] Das war Haydn mit Reißzähnen, dem alles Betuliche ausgetrieben wurde. Es wird Zeit, dass man sich nicht nur den Pianisten, sondern auch den Dirigenten Murray Perahia merkt.“

(RBB Kulturradio, 08.12.2011 zum Konzert am 07.12.2011 in der Berliner Philharmonie)

 

„Begeistert feierte man im Regensburger Audimax den Auftritt des amerikanischen Pianisten Murray Perahia […] Was der Hörer nach diesem Abend mit nach Hause nahm, war weniger ein klassischer Klavierabend mit Bach, Beethoven, Schumann und Chopin, als vielmehr ein Klavierspiel, das in seiner Tongebung und Anschlagskultur selten geworden ist. Beeindruckend ist dabei nicht nur die große Palette an Klangfarben, mit denen Perahia an diesem Abend beispielsweise Schumanns bilderreiche "Kinderszenen" nachzeichnete. Poetisch, aber unsentimental die "Träumerei", tiefgründig geheimnisvoll das "Kind im Einschlummern". Unnachahmlich ist vor allem der zugrunde liegende Anschlag, warm, rund und tragfähig. […]Und es ist eben dieser Klavierton gepaart mit Werkverständnis und formaler Übersicht, was an diesem Abend Perahias Interpretation der Beethoven Klaviersonate e-Moll op. 90 und der Brahms Klavierstücke op. 119 zum Hörerlebnis machte. Was Perahia aus diesen Werken herausholt, ist das, was die Komponisten hineingelegt haben. Und das tut er uneitel, ohne Mätzchen und ohne spektakuläre Deuteleien. Das Ergebnis sind Interpretationen, die in sich stimmen. Von zwingender Logik und rhetorisch klug durchgeformt. Damit nimmt er Brahms späten Klavierstücken das schwülstig Schwere und trifft vorbildhaft den lyrisch intimen Tonfall in Beethovens Opus 90, eine Sonate aus der mittleren Schaffensperiode. Dass Perahia aber auch der Mann fürs Virtuose ist, das beweist er mit Chopins Scherzo cis-Moll, das er makellos, mit kraftvollem Oktavendonner und dem nötigen Schuss Brillanz gestaltet. […] Zurück blieb ein begeistertes Publikum, hungrig nach mehr.“

(Oberpfalznetz, 05.10.2011 zum Konzert am 01.10.2011 im Regensburger Audimax)

 

„[Perahia] präsentierte sich  in der Berliner Philharmonie mit einer Lebhaftigkeit, einem Mut und einem emphatischen Einsatz seiner Persönlichkeit, die das Niveau der CD noch übertrafen […] Was hier präsentiert wurde, war der Prozess einer  sich dramatisch reduzierenden Intimität […] Im ersten h-Moll-Intermezzo sann Perahia den Klängen mit einer rigorosen Langsamkeit nach und ließ den welken Walzer des Mittelteils mit seinen tristanesken Sehnsuchtsmotiven sich in einer radikal überdehnten Müdigkeit dahinschleppen, als sei ihm der Dreiachteltakt völlig egal. Aber so, ohne Rücksichtnahme auf irgendwelche Schicklichkeiten  des Ausdrucks, muss man das auch spielen! […] Der Pianist hat zu einer Souveränität ohne Kontrollzwang gefunden.“
(FAZ, 24.03.11, zum Konzert in der Berliner Philharmonie am 21.03.11)

 

„Sein bewundernswerter Anschlag begleitet sein Spiel nach wie vor. Es gibt dort im Prinzip keine lauten Töne. Auch wenn er kräftig spielt, wird es bei ihm eher deutlicher und verdichteter. Murray Perahia – der Meister der Klangfarben; in seinen Fingern hat ein ganzes Orchester Platz. […] Vor kurzem hatte Murray Perahia ein neues Brahms-Album vorgelegt. Was dort auffiel, prägte auch seine Interpretation der Klavierstücke op. 119 des Komponisten: Perahia entdeckt die Leichtigkeit bei Brahms. Gerade die späten Klavierstücke geben sich oft grüblerisch und düster; Perahia hellt das immer wieder auf, lässt von Zeit zu Zeit gerne einen Sonnenstrahl durch die dichten Wolken schimmern. Man ist überrascht: so viel Eleganz bei Brahms? Die Abkehr von der Basslastigkeit? Da wird Brahms auf Diät gesetzt, so schlank klingt das bisweilen. Perahia nutzt das jedoch, um das Dämonische nur umso unmittelbarer hinein brechen zu lassen – ein Wechselbad der Gefühle. Man muss diese Sichtweise nicht teilen; beeindruckend ist es allemal. […] Unangefochten ist Murray Perahia als Chopin-Interpret. Da reicht das kurze fis-Moll-Prélude, um die unterschiedlichen Ebenen trennscharf abzusetzen: die Melodie dicht und sprechend, die vielen kleinen Töne daneben als weicher Klangteppich. Wer die Augen schloss, konnte sich leicht vorstellen, dass Perahia da vielleicht noch eine dritte Hand zu Verfügung haben musste, so trennscharf klang das. […] Beeindruckend war der gesamte Abend; drei Dinge jedoch in besonderer Weise: In Beethovens Klaviersonate op. 90 traute sich Perahia, das Hässliche zu zeigen, und im zweiten Satz war es kein verträumter Schubert wie so oft von anderen Pianisten zu hören, sondern bei aller Melodienseligkeit eine permanente Unruhe, ein Getriebensein. Ebenfalls großartig: Schumanns Kinderszenen, einmal nicht niedlich oder putzig, sondern tatsächlich das vom Komponisten intendierte Reflektieren, das Nachdenken über Aspekte der Kindheit, ein Schweifenlassen der Gedanken, denkbar ernsthaft. Schließlich die Zugabe: Schuberts Impromptu in Es-Dur. Dort zu erleben, wie die Anspannung von Perahia abgefallen war, wie er die Perlenkette von Tönen geradezu zelebrierte und am Schluss das Stück mit Wucht im es-Moll-Abgrund versenkte, war schier unglaublich. Kurz: ein denkbar vielschichtiges, facettenreiches Konzert, klug durchdacht.“
(RBB Kulturradio, 22.3.2011, zum Konzert in der Berliner Philharmonie am 21.03.11)

 

“Murray Perahia: Himmlische Heerscharen. Murray Perahia gibt in der Philharmonie einen fulminanten Klavierabend […] Das Geheimnis um Perahia Anschlag, seinen immer singenden, Sinn und Sinne betörenden, ja becircenden Ton lässt sich ohnehin nicht lösen. Warum klingt ein und dasselbe Instrument unter dem Pianisten X wie ein zahnloses Westernklavier und unter dem Pianisten Y wie der Chor der himmlischen Heerscharen? […]Murray Perahia denkt viel, wenn er spielt. Und zieht sich doch niemals in die Philosophen-Höhle zurück, sondern bleibt Musiker, Musikant, unter uns. Perahia denkt, um zu vergessen, aus dieser Dialektik entspringt die ungeheure Dichte seiner Kunst, ja so etwas wie „reale Gegenwart“ (George Steiner): Wenn er mit dem ersten Intermezzo aus Brahms’ op. 119 Takt für Takt zu verwachsen scheint und das schwerblütige Ringen um Sangbares existenziell nachempfindet; wenn er Chopins Mazurka op. 30,4 in der abenteuerlichen Tonart cis-Moll ganz subversiv seziert, während sich im Vordergrund der Drang nach Freiheit, nach Loslösung Bahn bricht – und sei es die Freiheit zu Krankheit und Tode hin. So tief hat selten jemand dem Franzosen in sein galliges schwarzes Herz geschaut. Bachs fünfte Französische Suite zu Beginn trägt bei Perahia keinerlei rhetorische Rokokoschößchen und bleibt gleichwohl nichts an Durchsichtigkeit schuldig. Eine Sarabande in den Farben eines Turner-Gemäldes, eine Loure, in der sich die Klanggewichte so verkeilen, als hätte das 18. Jahrhundert die musikalische Dekonstruktion erfunden. Man mag dieses Bach-Spiel subjektiv nennen oder romantisierend; indem Perahia seiner inneren Stimme folgt und nicht, wie es ästhetisch wohl korrekt(er) wäre, die aufführungspraktischen Hacken zusammenschlägt, erhebt sich die Musik mit Phönix-Schwingen über solche irdischen Diskurse. Ähnliches gilt für Beethoven, seine e- Moll Sonate op. 90 (deren zweitem Satz Hugo Wolf einst in der Irrenanstalt gehuldigt haben soll, als letzte einzige Musik). Perahia hat ein erstaunlich viriles Beethoven-Bild, betont das Titanische selbst dieser „kleinen“ Sonate und lässt im zweiten Satz weit weniger das Liedhafte und Versonnene Gestalt annehmen als die Körperlichkeit des klavieristischen Satzes. Der Pianissimo-Schluss, ins Offene getupft, bestürzt dann umso mehr. Auch Schumanns Kinderszenen op. 15 – und daran zeigt sich die integrale Musikerpersönlichkeit – wenden sich eher an sehr erwachsene Kinder. So rasant der „Hasche-Mann“, so grollend die „Wichtige Begebenheit“, so spielerisch das Erkunden „Von fremden Ländern und Menschen“: Perahia verniedlicht nie. Bleibt immer lyrisches Ich, Dichter, Souverän. Nimmt die berühmte „Träumerei“ mehr als bange Reminiszenz. Und lässt das „Kind im Einschlummern“ Bewusstseinsräume aufschließen, die längst kein Klavierspiel mehr sind: mehr psychedelisches Verrücken, Versinken. Großartig, dabei gewesen zu sein.“
(Der Tagesspiegel, 22.03.11 zum Konzert in der Berliner Philharmonie am 21.03.11)

 

Murray Perahia serviert die zarteste Klavierpoesie […]Soviel klingende Poesie, auf die denkbar uneitelste Art serviert, war in Konzertsälen immer selten. Dabei hatte Perahia 28 höchst gegensätzliche Stücke auf sein Programm gesetzt. Auf seine unvergleichliche, zart emotional aufgeheizte Art spielte er, neben Schumann, Bach und Beethoven, Brahms und Chopin. Es setzte eine musikalische Bildungsreise kreuz und quer durch die Jahrhunderte […]Es war das Bestechendes an Perahia Vortrag, dass er jedem einzelnen Stück seinen eigenen kompositorischen Wert zuerkannte. Er forschte mit interpretatorischer Gelassenheit die wechselnden Charaktere der Stücke aus, ohne ihnen zusätzlich die Zuckerhüte der Virtuosität überzustülpen. Bei Perahia war Interessantmacherei schon immer verpönt, und jetzt erwies er sich wieder einmal als Magier, nicht als Mogler. Es gelang ihm, sich jedes der höchst unterschiedlichen Stücke anzueignen, ohne sich dabei in die Autorschaft einzumischen. Es war ein Höhepunkt pianistischer Kunst - und so auch wurde sie gefeiert.“
(Berliner Morgenpost, 23.03.11, zum Konzert in der Berliner Philharmonie am 21.03.11)

 

„Es gibt nur wenige „Big Pianists“ auf dieser Welt, die so perfekt, elegant und gescheit spielen…Faszinierend zwiespältig und vielfältig sind Perahias Lesarten und sein Anschlag ist auch im Fortissimo ohne Schwerkraft und Gewalt…Seine Gesamteinspielungen der Mozart-Klavierkonzerte gilt, obwohl schon relativ alt, noch immer – neben Brendel, Haskil oder Lipati natürlich – als vorbildliche Mozart-Interpretation…Seine Interpretation der E-Dur Sonate op. 109 von Beethoven machte die Konzertbesucher sprachlos. Poetische Akkord-Sequenzen, singende Mittelstimmen und expressive Crescendi im ersten Satz, markante, aber kein bisschen polternde Rhythmik im zweiten und eine die Gemüter anrührende Sanglichkeit im Finale charakterisieren den Spätstil Beethovens auf einzigartig subtile Weise.“

(Die Rheinpfalz, Konzert 14.01.10 Ludwigshafen)

 

„Er hat die Pole bei seinem umjubelten Laeiszhallen-Soloabend einmal mehr vor allem bei Johann Sebastian Bach aufs Glücklichste verbunden. [...] In seiner Darbietung der e-Moll-Partita vereinte der Pianist glasklare Transparenz und berückend warme Klangschönheit. Er modellierte die komplex geschichteten Stimmverläufe plastisch aus, indem er sie als organische Bögen luftholen, aufblühen und wieder sanft ausatmen ließ - und erweckte dabei die musikalischen Charaktere der einzelnen (Tanz-)Sätze zum Leben [...]. Seine Sicht auf Beethovens E-Dur-Sonate op. 109 war bis in die feinsten artikulatorischen Details und ihre weit aufgespreizten Klänge hinein tiefenscharf ausgeleuchtet. Stark auch die zweite Hälfte, die sich dem Jubilar Chopin widmete, und dabei mit einer Auswahl von Etüden und Mazurken bis zum Scherzo ganz unterschiedliche Facetten offenbarte: Perahias Spiel ergründete den grüblerischen Ernst der Musik, schwelgte geschmackvoll in romantischer Emphase und gestattete sich auch kurze, geradezu rauschhafte Virtuosität…Bei Bach ist Perahias Kunst, zumindest auf dem Flügel, nur schwer zu erreichen.“

(Hamburger Abendblatt, Konzert 22.01.10 Hamburg)

 

Variationen wie Edelsteine auf der Schnur… Murray Perahia begeistert im Beethovensaal.

"Es gibt wenige Pianisten, die man alleinam Klang erkennen kann, aber Murray Perahia gehört ganz sicher dazu. Sein singender, weit ausschwingender, weich timbrierter Ton ist sein Markenzeichen, egal, ob er Bach, Schubert oder Chopin spielt. Kein Wunder also, dass Perahia immer wieder als der Lyriker unter den großen Pianisten bezeichnet wird… Welch singulärer Bachinterpret er ist, bewies Perahia nun auch live. Es ist die Verbindung von äußerster Plastizität mit Kantabilität, die sein Bachspiel so berückend macht. Obwohl er artikulatorisch mit großer Akribie zu Werke geht, bleibt alles immer im Fluss, jeder der Sätze erscheint dabei individuell charakterisiert. Von graziöser Eleganz geadelt, erscheint die Allemande, die Courante fließt federnd durchpulst, und die Gavotte tänzelt gleichsam auf Zehenspitzen herein. Nun zählt neben Bach auch Beethoven zu den Hausgöttern Perahias, und dass er eine seiner lyrischsten Sonaten – op. 109 – ausgewählt hat, scheint die eingangs erwähnte Charakterisierung zu belegen. Und wirklich: poetischer, abgeklärter kann man das kaum spielen. Perahia reiht die Variationen des Finalsatzes wie Edelsteine auf eine Schnur, jeder leuchtet in einer individuellen Farbe, dabei bildet das Ganze viel mehr als die Summe aller Teile. Bei aller Feinheit ist aber nichts verzärtelt… Gespannt war man vor allem auf die Etüden, die bis heute die Messlatte klavieristischer Athletik bilden: kann Perahia da mithalten mit Supertechnikern wie Pletnev oder Sokolov? Er kann! Das cis-Moll-Presto aus den Etüden op. 10 spielt er wie eine funkenstiebende Tour de force, aber eben nicht nur: die polyfone Transparenz, die sein Bachspiel auszeichnet, lässt auch bei diesem Stück Facetten aufscheinen, die sonst meist unterbelichtet bleiben. Wo nötig, bleibt der Chopinspieler Perahia nichts schuldig an Bravour und heroischer Größe. Aber die Nachtseiten dieser Musik, in denen die Poesie ins Visionäre umschlägt – die bringt er zum Ausdruck wie kaum ein anderer. Ovationen, zwei  Zugaben."

(Stuttgarter Zeitung, Konzert am 24.01.10 Stuttgart)

 

„Murray Perahia ist unübertrefflich meisterhaft…Seine Anschlagskultur bei dem traumhaft schönen Thema, welches das Variationen-Finale eröffnet und beschließt, lässt sich nicht übertreffen…“

(Heilbronner Stimme, Konzert am 24.01.10 Stuttgart)

 

"Berechtigt frenetischer Beifall“
(RBB Kulturradio, Konzert am 28.01.09 Berlin/Philharmonie)

 

„Das Publikum hatte jeden Platz dieses großen Saals besetzt, […] Perahia holte den Ruf, der ihm vorauseilte, ein. Bachs Partita Nr.1 in B-Dur wurde als ausgewogen in der Mitte schwebendes Brillantstück mit größter Detailliebe und kleinteiligster Gestaltung gegeben […]. Dazu ein Anschlag von schwärmerischer Leuchtkraft und Schönheit. Mozarts Klaviersonate Nr. 12 F-Dur interpretierte er ebenso gemittelt und rund […] es war ein kleines, viel zu flüchtiges Meisterwerk an Timing, Wärme und konzentrierter Sanftheit des Anschlags.“
(klassik.com, Konzert am 28.01.09 Berlin/Philharmonie)

 


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